Kaum eine Pflanze bezaubert mit ihren langen Blütendolden so sehr, wie die Tajinaste, die alljährlich im Frühsommer die Cañadas, rund um den Teide , in einen purpurfarbenen Blütenteppich verwandelt.

   Zwischen Frühling und Sommer ist der Parque Nacional del Teide Zeuge eines der farbenfrohesten Naturschauspiele der Kanarischen Inseln. Die Blüte der roten Tajinaste in sich wird zum Blickpunkt von Tausenden Besuchern, die beim Anblick der Schönheit dieser von intensivroten Blumen eingehüllten Pflanzen staunen.

   Der Teide Nationalpark – mit der Las Cañadas genannten Hochebene auf über 2000 Metern Höhe – ist an sich schon eine außerordentlich beeindruckende Landschaft. Wenn aber im Mai und Juni die rote Tajinaste (gesprochen: Tachinaste) blüht, dann setzt die Natur dem bizarren Schauspiel aus Stein die Krone auf. Bis zu drei Meter hoch ragen die kerzenförmigen Teide-Natternköpfe dann aus der Steinwüste hervor und setzen mit ihrem kräftigen Rot Akzente. In diesem Jahr ist die Blüte der Tajinasten, wegen der anhaltend kühlen Temperaturen, etwas später dran. Die ersten Stauden sind aber schon erblüht (Stand: 14.05.2010). Einige zeigen vereinzelte offene Blüten und andere sind noch ganz grün. Die volle Blüte wird Ende MaiAnfang Juni zu bewundern sein.

   Zwischen Felsspalten und auf steinigem Untergrund bildet die Pflanze, die botanisch gesehen ein Busch ist, im ersten Jahr ihres zwei- bis dreijährigen Lebenszyklus eine Rosette aus langen, schmalen Blättern aus. Bis zu 60 Zentimeter breit wird das grau-silbern schimmernde Rund. Zuerst sind es nur die Blätter, die in die Höhe streben. Dann aber im zweiten oder dritten Jahr erhebt sich aus ihrer Mitte die Blütenachse zu einer Höhe von bis zu drei Metern, besetzt mit tausenden kleinen Blüten. Wie Schlangenzungen ragen die langen Griffel weit aus den einzelnen tiefroten leicht lila schimmernden Blüten heraus – daher der Name Natternkopf.

   Nach dem die Blüte vergangen und die Samen im Herbst ausgereift sind, stirbt die Pflanze ab, stehen bleibt ein graues Skelett,das meist noch im kommenden Jahr aufrecht in die Höhe ragt.

   Bis vor 30 Jahren kam die Tajinaste rojo seltener vor als heute, da es bis zu dieser Zeit üblich war, die Ziegenherden im Sommer bis in die Cañadas zu führen, um sie dort weiden zu lassen. Die Rosetten der Tajinaste zählten zum Futter der Ziegen. Im Zuge der Ernennung des Gebiets zum Nationalpark wurde diese Tradition in den Cañadas verboten, was den Tajinasten zu mehr Verbreitung verhalf.

 

   Trotz des Schutzes ist die Nachkommenschaft der Tajinasten im Verhältnis zu den vielen Samen, die die Pflanze ausbildet, wegen des steinigen Untergrunds, relativ gering. 

   Nicht nur die Tajinaste rojo setzt in dieser Zeit farbliche Akzente in den Cañadas. Auch die in kugeligen bodenständigen Büschen wachsenden Besenrauken mit ihrem knalligen Gelb und der betörend duftende weiße Teide-Ginster (retama) erfreuen das Auge der Pflanzen- und Naturfreunde.

Die Tajinasten gehören zur Familie der Raublattgewächse (Boragianceae) und der Gattung des Natternkopfes (Echium), von dem einige Arten auch in Deutschland vorkommen. So zum Beispiel der blau blühende Gemeine Natternkopf (Echium vulgare). Die Tajinaste rojo kommt ausschließlich in den Cañadas del Teide und in der Caldera de Taburiente auf der Insel La Palma vor, ist damit eine endemische Pflanze dieser beiden kanarischen Inseln. Natürlich kommt sie in Höhenlagen zwischen 1600 und 2000 Metern vor. Seit einigen Jahren wird sie aber auch in niederen Lagen ausgesät, so zum Beispiel in Vilaflor. Ihr botanischer Name lautet Echium Wildpretii, benannt nach dem schweizer Gärtner und Botaniker Hermann Wildpret.

Nicht so spektakulär, jedoch ebenso interessant und sehr selten ist die blaue Tajinaste. Sie hat lockere Blütenstände mit himmelblauen Blüten und wird kaum mehr als einen Meter hoch. Dieser seltenen Endemit kommt im Ostteil der Cañadas vor. Der Blaue Teide-Natternkopf, wie er auch genannt wird, ist ein besonders kostbarer Endemit Teneriffas und braucht strengsten Schutz.

   Die Tajinasten gehören zur Familie der Raublattgewächse (Boragianceae) und der Gattung des Natternkopfes (Echium), von dem einige Arten auch in Deutschland vorkommen. So zum Beispiel der blau blühende Gemeine Natternkopf (Echium vulgare). Die Tajinaste rojo kommt ausschließlich in den Cañadas del Teide und in der Caldera de Taburiente auf der Insel La Palma vor, ist damit eine endemische Pflanze dieser beiden kanarischen Inseln. Natürlich kommt sie in Höhenlagen zwischen 1600 und 2000 Metern vor. Seit einigen Jahren wird sie aber auch in niederen Lagen ausgesät, so zum Beispiel in Vilaflor. Ihr botanischer Name lautet Echium Wildpretii, benannt nach dem schweizer Gärtner und Botaniker Hermann Wildpret.

   Nicht so spektakulär, jedoch ebenso interessant und sehr selten ist die blaue Tajinaste. Sie hat lockere Blütenstände mit himmelblauen Blüten und wird kaum mehr als einen Meter hoch. Dieser seltenen Endemit kommt im Ostteil der Cañadas vor. Der Blaue Teide-Natternkopf, wie er auch genannt wird, ist ein besonders kostbarer Endemit Teneriffas und braucht strengsten Schutz.

   Besucht man die Cañadas, von Mitte Mai bis Mitte Juni, dann kann man durch die Blütenpracht eines natürlichen Steingartens wandern. Weiß blühende Teide Ginster und Teide Margareten, violett und blau Teidelack und Teide-Katzenminze, gelbblütig sind die Kugelbüsche der Besenrauke und verschiedener Ginsterarten. Zwei Wochen später folgen die rosa Blumenkissen der Teide-Skabiose.

   Wie andernorts zur Kirschblüte, ziehen die Tinerfeños im Mai und Juni zu der blühenden Retama del Pico hinauf in die Cañadas. Der schwere Duft des Teide Ginsters, der in windstillen Nächten bis hinab in Städte und Dörfer fällt, lockt die Menschen ins Freie. Die Imker haben dann schon längst ihre Bienenkästen hinauf in die Caldera de Las Cañadas gebracht und hoffen auf reiche Tracht. Vom reinen Weiß bis zum satten Rosa variiert die Farbe der dicht stehenden, kurz gestielten Schmetterlingsblüten.

   Zwischen den Sträuchern des Teide Ginsters, mit seinen oft gewaltigen Ausmaßen stehen, fast wie Lückenfüller, die gelben Halbkugelbüsche der Besenrauke. Die prächtigsten Bestände kommen dort vor, wo die Besenrauke im vegetationslosen Bimsgras alleine auftritt. Ihre gelben Blütenwolken verteilen sich über die sanften Hügel der Caldera.

   Flache, weitausladende Polster, Blätter und Stengel, durch filzige Behaarung vor zu starker Verdunstung geschützt, so stellt sich ein weiterer Spezialist der Gebirgshalbwüste unter dem Teide vor. In den ockerfarbigen Felsgruppen am Fuße des Guajara, den blaugrün aufscheinenden Felsplatten von Los Azulejos oder der Felslandschaft Los Roques erscheint das stumpfe Rosarot der im Juni blühenden Teide Skabiose als reizvoller Kontrast. Auch sie ist ein Endemit im weiten Rund der Caldera de Las Cañadas.

Kanarenschönheit von deutschem Hermann Wildpret entdeckt

   Der deutsch-schweizerische Botaniker übernahm im Jahr 1860 die Leitung und Pflege des Botanischen Gartens in Puerto de la Cruz. Viele öffentliche Grünanlagen in Santa Cruz, der Garten des Humboldt-Hauses in La Orotava sowie zahlreiche Hotel- und Privatgärten wurden von ihm geplant und initiiert. Unter seiner 23-jährigen Leitung wurde die Mannigfaltigkeit des Botanico bedeutend ausgebaut. Bei der Übernahme der Leitung waren rund 220 Arten im Botanischen Garten vertreten. Knapp 20 Jahre später hatte er den Bestand auf 2.486 Arten erhöht.

   Der Pflanzenfreund war von der Artenvielfalt und vor allem von den vielen endemischen Pflanzen Teneriffas fasziniert. Wildpret hat sich in der damaligen Zeit, durch seine intensiven Studien und die Erfassung der inseltypischen Raritäten, große Verdienste errungen. Er sorgte durch mehr als 5.000 Pflanzenimporte nicht nur für eine enorme Artenvielfalt im botanischen Garten, sondern er exportierte auch kanarische Pflanzen in alle Welt. Er beschäftigte sich eingehend mit der Insel-Flora.

   Die ersten Katalogisierungen und Typisierungen sind auf sein Schaffen zurückzuführen. In der Fachwelt der damaligen Zeit genoss Wildpret einen hervorragenden Ruf. Viele Naturforscher besuchten ihn in seiner Wahlheimat. Daher kommt es auch, dass der Botanische Garten in zahlreichen Reisebeschreibungen auftaucht. Im Jahre 1866 unternahm er gemeinsam mit dem Naturforscher Ernst Haeckel die erste erfolgreiche Winterbesteigung des Teidegipfels.

   Erst als seine Arbeitgeber von ihm verlangten, die spanische Staatsbürgerschaft anzunehmen, weigerte er sich, diesem Vorschlag nachzukommen und gab seine Tätigkeit auf. Seine neue Aufgabe sah er fortan darin, seine Söhne, die den aufkeimenden Kanaren-Tourismus nutzten und in die Hotelbranche einstiegen, zu unterstützen. So hat er auch die Entwicklungsgeschichte dieser Branche mitbeeinflusst.

Ein Urenkel des Deutschen, der seine Spuren in der kanarischen Botanik-Fachwelt hinterlassen hat, ist übrigens in die Fußstapfen des Urahnen getreten und ist heute Leiter der Abteilung für Pflanzenbiologie an der Universität in La Laguna.

Michaela Enzmann / Günther Müller

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